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"Vieles kam aus der Küche des BTTV"

Ehrenpräsident Peter Kuhn (95) im Interview zum 75-jährigen Jubiläum des Verbandes

Peter Kuhn (Archiv-Foto: Nils Rack)

Der Bayerische Tischtennis-Verband wird in diesem Jahr 75 Jahre alt, und Peter Kuhn aus Oberding-Schwaig ist der letzte Zeitzeuge, der die Geschichte des BTTV und seine Persönlichkeiten hautnah erlebt hat. Der in Bayern und dem DTTB stets hoch angesehene, als integer und äußerst zuverlässig geltende frühere BTTV-Präsident (1988-1994) und heutige Ehrenpräsident wurde im DTS (heute Magazin „tischtennis“), mal als „Diener des Sports“ bezeichnet. Peter Kuhn, der im Dezember 96 Jahre alt wird, hat uns zum BTTV-Jubiläum dankenswerterweise ein paar Fragen beantwortet.

Herr Kuhn, wie geht es Ihnen?
Peter Kuhn:
Es geht mir nicht so gut, wie ich gerne wollte, aber es könnte auch schlechter sein.

Sie sind seit 26 Jahren Ehrenpräsident im BTTV. Inwieweit sind Sie eingebunden und als Rat- bzw. Ideengeber aktiv?
Kuhn:
Den Sport verfolge ich schon noch. Über meine Funktion als Ehrenpräsident bin ich von offizieller Seite zwar eingebunden, bin aber insgesamt zu weit weg von den Themen. Ich lese die Fachzeitschrift „tischtennis“ und ab und an in der Zeitung, wenn etwas über den Sport geschrieben steht. Manchmal telefoniere ich mit Personen aus dem BTTV, zum Beispiel dem Vizepräsidenten Sport, Gunther Czepera.

Nehmen Sie uns mal mit auf Ihre beispielhafte Funktionärs-Reise im Tischtennis. Wie sind Sie überhaupt dazu gekommen?
Kuhn:
Nach dem Krieg bin ich zunächst beim TTC Harlaching Abteilungsleiter geworden. Man hatte – wie das häufig üblich ist – eine Person gesucht, die das Amt übernimmt. So bin ich da hineingeraten und später dann beim MTV München (früherer deutscher Spitzenverein, sieben deutsche Meistertitel, Anm. d. Red.) Abteilungsleiter und Geschäftsführer geworden.

Und wann folgte der Einstieg in den BTTV?
Kuhn:
1961 bin ich zum Bezirksvorsitzenden Oberbayerns gewählt worden, 1969 zum Vizepräsidenten Finanzen im BTTV.

Sie haben mit die ehemaligen Präsidenten Georg Apfelbeck oder Rudolf Gruber erlebt und mit ihnen zusammengearbeitet. Was waren das für Charaktere?
Kuhn:
Beide waren große Persönlichkeiten. Georg Apfelbeck war ein Mann der ersten Stunde, der zusammen mit den Gebrüdern Hoppichlern sowie Fritz Rosinus den BTTV nach dem Krieg in zerbombten Räumen des MTV München wieder aus der Taufe gehoben hat. Das kann man sich heute alles nicht mehr vorstellen. Die Apfelbecks waren Bau-Unternehmer, die später auch die Halle in Milbertshofen errichteten.
Rudolf Gruber war – auch wenn er kein Amt außerhalb Bayerns besaß – international eine Größe, sehr geschätzt und voller Ideen. Er war der Organisator der WM 1969, entwickelte Turnierpläne, führte elektronische Zählgeräte ein.

Stichwort WM 1969 in München: Welche Erinnerungen kommen Ihnen da in den Sinn?
Kuhn:
Der kürzlich verstorbene, damalige Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel hat nach einer großen Veranstaltung in München gesucht, um die Stadt ins Gespräch zu bringen, gerade im Hinblick auf die Olympischen Spiele drei Jahre später. Ich kann mich noch dunkel an einen Termin mit Vogel erinnern. Der Austragungsort, die Eissporthalle, war für heutige Begriffe winzig und in keinster Weise repräsentativ. Die WM fand im April statt, es schneite, es war kalt, die Halle war nicht beheizt – eigentlich eine Katastrophe. Man hat es aber durchgezogen und es war letztlich ein großer Erfolg für die Bundesrepublik Deutschland, gerade auch mit den Silbermedaillen durch Eberhard Schöler im Einzel und mit der Mannschaft.

Sie gelten als sehr fleißig, als Idealist und als ein Mann der Basis. Es ist kolportiert, dass Sie als Präsident sich nicht zu schade waren und bei einem wichtigen Turnier den Spielern Mineralwasser aus dem Supermarkt besorgten. Was ist dran an der Geschichte?
Kuhn:
Tut mir Leid, das weiß ich nicht mehr. Mir fallen die Erinnerungen schwer, wenn es keine weiteren konkreteren Anhaltspunkte gibt.

Was wünschen Sie dem BTTV in den kommenden Jahren?
Kuhn:
Ich muss dem BTTV nichts wünschen. Er ist hervorragend aufgestellt, vor allem auch mit dem Geschäftsführer Dr. Matthias. Wenn man sich die Entwicklungen der letzten 15 Jahre ansieht, dann hat der BTTV mit seinen Ideen und dem Fortschritt den gesamten DTTB beeinflusst. Vieles, was modern oder heutzutage Normalität ist, kam aus der Küche des BTTV. Insgesamt muss das Interesse für Tischtennis wieder erhöht werden, die Vereine müssten meines Erachtens auch mehr tun. Ich lese die Statistiken und bin besonders besorgt über die Entwicklung im weiblichen Bereich. Da müsste mehr passieren.

Herr Kuhn, vielen Dank für das Gespräch!

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